Seminarhaus Stiersbach - Aufwachen am richtigen Platz

Wie das Leben die Entstehung des Seminarhaus-Stiersbach eingefädelt hat

Auch diese Geschichte ist im Grunde wie alle anderen der Welt auch, ein gutes Beispiel, wie das Leben sich alles- sowohl das sogenannte Gute, als auch Schurkereien zu Nutze macht, um letztendlich seinen heiligen Plan umzusetzen.

Ich, Maria Dott-Carmon, war nach einer bewegten Kindheit aus Westdeutschland nach Ostdeutschland gelangt.
Dort arbeitete ich nach Abschluss meines Studiums an der Uni gerade als Aspirantin in der Forschung, als die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland fiel.
Überall gab es plötzlich fliegende Händler, die allerhand verkauften.
Ich kann nicht sagen, was mich antrieb, aber ich ging aus der Uni weg und war plötzlich einer von ihnen.
Zuerst bot ich alle möglichen selbst hergestellten Dinge an. Aber mit meinen 100 DM Umtauschgeld reiste ich in den Westen, kaufte Bananen und verkaufte sie den anderen für ihr Westgeld mit gutem Gewinn.
Am Anfang reiste ich per Anhalter mit Rucksack, aber bald hatte ich mein erstes Auto und dann konnte es richtig los gehen. Bananen waren bald out, so wechselte ich zu diversen Geschenkartikeln und Schmuck.
Zuerst hatte ich einen Bauchladen, den ich auf dem Kinderwagen meines ältesten Sohnes transportierte. Schnell entwickelte sich das zu drei richtigen Ständen.
Nun wurden die staatlichen Geschäfte versteigert und da ich zufällig über einer Drogerie wohnte, ersteigerte ich diese. Es war die Zeit dafür, denn die mobilen Händler wurden gerade verboten.
Alles lief einfach wie am Schnürchen, auf dem Höhepunkt hatte ich vier Drogerien (natürlich war ich ziemlich fleißig) und dann:
Ich träumte einen intensiven Traum, man kann es wohl fast eine Vision nennen. Mir wurde in dieser Nacht ganz eindeutig klar gemacht, dass ich alle Geschäfte verkaufen müsse und die Stadt verlassen sollte. Ich bekam den Auftrag, eine Oase zu errichten.
Das Ganze war so intensiv, dass ich mich entschied, diese Aufforderung des Lebens zu befolgen.
Eine Drogerie nach der anderen verkaufte ich aus und ich fand auch einen guten Käufer für mein Haus.
Dann stand ich mit einem Auto und Wohnwagen und Kind und Mann 1994 da und wusste nicht wohin.
Der Traum hatte nicht gesagt, was für eine Oase ich errichten sollte und wo.
Knapp zwei Jahre reiste ich durch ganz Deutschland ohne ein richtiges zu Hause und gerade als ich aufgeben wollte, fand ich das Objekt Stiersbach.
Mein 2. Sohn war 6 Monate alt, als ich mit meinem Mann überlegte, das Scheunengebäude und das halbe Land von Stiersbach zu erwerben.
Langsam kristallisierte sich die Idee des Seminarhauses heraus.
Um die gewerbliche Nutzung eines ehemals landwirtschaftlichen Geländes und auch die Grundstücksteilung im Außenbereich genehmigt zu bekommen, bedurfte es mehrerer waschechter Wunder.
Ich kam mir vor wie Herkules. Ich bekam vom Amt eine schier unlösbare Aufgabe, die in kürzester Zeit erledigt werden musste
(z.B. trage diesen Berg heute Nacht ab). Dann kam eine Fee und half mir und siehe da, am nächsten Tag war der Berg weg. Und so bekam ich noch viele Aufgaben und als Gegengewicht viel Hilfe.
Wie durch ein Wunder wurde das Objekt am Ende genehmigt.
Nun konnte es ans Kaufen gehen.
Den Kauf des Gebäudes konnten wir uns leisten, aber wie viel würde der Umbau kosten?
Mehrere Angebote für einen schlüsselfertigen Umbau wurden eingeholt: viel zu teuer, nein das machen wir nicht, um Gottes Willen, da schlafen wir ja nie mehr ruhig mit so viel Schulden im Genick.
Aber dann kam ein Unternehmer, der gut reden konnte: Er arbeite mit irischen Arbeitern, die schneller und viel billiger wären als Deutsche und er hätte keine riesigen Bürokosten, sondern es gäbe nur ihn selbst.
Er erstellte ein Angebot bis zur letzten Fliese, jeder Steckdose, einfach allem. Es war ein gutes Angebot und selbst der Architekt lies sich täuschen.
So wurde der Vertrag mit ihm unterzeichnet, die entsprechenden Kreditverträge mit der Bank und der Kaufvertrag über das Haus.
Es konnte nun losgehen.
Die Firma riss das alte Dach ab und wollte dann eine höhere Zahlung, um alle erforderlichen Materialien für den Ausbau zu besorgen.
Ich zahlte und dann…., dann kam keiner mehr. Das Dach war ab, die Firma war verschwunden und es regnete schrecklich in diesem Oktober 1996.
Zunächst konnte ich einfach nicht glauben, was offensichtlich war.
Ein Betrüger hatte ein neues Opfer gefunden. Es nütze mir auch nichts, dass der Mann später ins Gefängnis kam, weil er viele Fälle wie diese aufweisen konnte. Das Geld hatte er wahrscheinlich längst im Ausland verschwinden lassen.
Ja, was nun? Passiert war das, woran ich mich freiwillig nie getraut hätte: Ich hatte einen wahnsinnig teuren Umbau am Hals, dazu die Schäden durch das Wasser und die erhebliche Anzahlung, die verloren war.
Wie durch ein Wunder gewährte mir die Bank einen Kredit für das fehlende Geld. Natürlich konnte ich an die Zinsen keine hohen Ansprüche stellen. Alles in allem stand ich nun mit einem wahnsinnig hohen Kredit da – du meine Güte. Ich dachte mir, „ok einfach weiter atmen…“
Mit meinem 2. Sohn im Tragetuch arbeitete ich von früh bis spät auf dem Bau. Mein Mann hatte zu der Zeit ein vegetarisches Restaurant in Stuttgart und war damit vollauf beschäftigt.
Nach sechs Monaten hatten wir schon unsere erste Gruppe, meinen indianischen Lehrer Archie Fire Lame Deer, nichts war richtig fertig, wir improvisierten überall. Aber wir hatten schöne Schwitzhütten.
Ich war vollkommen am Ende mit meinen Kräften: zwei Kinder, eins davon ein Baby, den Umbau und die Organisation des Seminars, ach ja und nebenbei arbeitete ich noch mit meinem Mann in der Küche und im Service (habe ich schon die Stunden in der Nacht im Büro erwähnt?).
So ging es noch eine Weile weiter, ab und zu kamen Gruppen, dazwischen bauen.
Gott sei Dank hatten wir die Eltern meines Mannes, die uns finanziell immer wieder unter die Arme griffen, denn natürlich war der Bau noch teurer als geplant und das Geschäft am Anfang noch sehr klein.
Noch während der Bauzeit brachte uns ein beim Bau mithelfender Sanyassin auf die Idee, nach Stuttgart zum Satsang mit Samarpan zu gehen, der damals selber am Beginn stand.
Mein Mann und ich fingen gleich Feuer und luden ihn zu uns ins Haus ein. Wir hatten sehr viel Freude, unsere Arbeit ernährte uns nun auch innerlich.
Mein Mann war der beste Koch, den es gab und langsam machte sich unser Haus einen guten Namen.
Mit viel Liebe und Phantasie beendeten wir den Bau und widmeten uns nun ganz dem Seminarhausbetrieb.
Wir waren viel mit Samarpan zusammen und ich hatte sehr bald ein Erwachungserlebnis. Samarpan gab mir die Erlaubnis, ebenfalls Satsang zu geben.
Es ergab sich, dass er während der Satsangzeit in Stuttgart und in unserem Haus krank wurde und ich ihn vertrat. Dadurch wurde ich in verschiedene Städte eingeladen und schon war ich immer wieder auf Reisen um Satsang zu geben, dazwischen hatte ich die Kinder und das Haus.
Wir hatten damals das Scheunengebäude einer Familie gekauft, die selber im Wohnhaus wohnen geblieben war. Sie waren also unsere Nachbarn.
Das war lange Zeit in Ordnung so, aber es kam eine Zeit, wo ich innerlich wusste: Stiersbach muss wieder ganz werden, in einer Hand sein (wir brauchten mehr Zimmer für die Gäste und unsere Familie wollte ein klein wenig Abstand vom direkten Seminarhausbetrieb).
Ich hatte gerade ein Fasten- und Satsangretreat hinter mir, als mir ganz klar war, das wird jetzt bald passieren.
Wenn ich aber darüber nachdachte, so war das lächerlich: Wir hatten kein Geld, würden sicher keinen Kredit mehr bekommen und das Haus stand auch gar nicht zum Verkauf.
Trotzdem sprach ich den Wunsch laut aus vor meinen Freunden und kaum eine Woche später bot sich eine unglaubliche Gelegenheit.
Eine gute Seele bot mir eine nicht unerhebliche Summe als zinsfreien Kredit mit absolut leichten Rückzahlbedingungen an. Mit diesem Angebot im Rücken ging ich zu den Nachbarn. Diese hatten sich gerade scheiden lassen und die Frau war bereit zu verkaufen. Gesagt getan, blitzschnell war das Haus und die zweite Hälfte des Landes von Stiersbach erworben.
Für den Umbau gab es einen neuen Kredit von der Bank, denn wir hatten ja jetzt ein neues Haus als Sicherheit, das Eigenkapital kam von den Schwiegereltern.
Das Haus wurde total entkernt und renoviert. Ich dachte mir schon, dass mir das das Genick brechen würde. Trotzdem gab ich meine ganze Kraft, um zu Weihnachten 2001 mit den Kindern im neuen Heim zu sein und für Samarpans Weihnachtsretreat mehr Zimmer für die Gäste zu haben.
Wir zogen also um und gleich im neuen Jahr brach mein Körper zusammen.
Ich hatte mir eine recht seltene Blutkrankheit zugezogen und war noch dazu völlig ausgebrannt. Es war sehr knapp, doch ich überlebte.
Jahrelang konnte ich gar nichts mehr tun. Es waren harte Jahre für mich als Worker, den anderen zuzusehen und nichts helfen zu können.
Stiersbach blühte aber weiter auch ohne meine Hilfe.
Langsam erholte ich mich, allerdings kann ich nie wieder so arbeiten wie früher und selbst, wenn ich es könnte, würde ich keinen solchen Raubbau mehr an meinem lieben Körper verüben.
Immer weiter verbesserten wir im Haus kleine und große Details und verschönerten das Außengelände.
2007 hatten wir eine erneute Krise: Mein Mann hatte genug vom Seminarhausdasein, der Familie und von mir. Im Sommer verließ er endgültig den Platz und hinterließ eine große Lücke, sowohl privat als auch im Haus.
Ich entschied mich für den Platz und kaufte ihm im Rahmen der Scheidung seine Hälfte vom Haus ab. Wieder kam Hilfe, die Bank gab mir den erforderlichen Kredit und die Mitarbeiter standen zu mir. Wir rückten enger zusammen und trotz aller Schwierigkeiten schafften wir es, den Gästen einen Superservice zu bieten.
Inzwischen haben wir diese Stromschnellen auch hinter uns und fließen wieder munter daher. Wir haben einen Superkoch, ein tolles Team und mir geht es auch wieder gut. Nur der jüngste Sohn, der ist immer noch sehr traurig, das Leben hat ihm eine Narbe verpasst. Diese Weihnachten soll er ein Hundebaby bekommen und wir hoffen alle, dass ihm das ein kleiner Trost sein wird.
Erstaunlicherweise schlafe ich zumeist recht gut, obwohl ich nach und nach vom Leben verführt wurde, einen so hohen Kredit aufzunehmen, den ich selber niemals freiwillig aufgenommen hätte.
Respektvoll, aber doch recht ruhig, blicke ich in die Zukunft.
Dieses Haus ist eh von Gott, er nutzt mich nur und wenn er es zurück will, so wird er es sich sowieso nehmen.
Also tun wir hier unsere Arbeit, so gut wir können und mit aller Liebe, die wir zur Verfügung haben, freuen uns am Moment und harren der Sturmzeiten, die noch kommen werden mit Vertrauen.
Menschen, die zu uns kommen, werden diese Einstellung im Essen finden, in der Luft atmen oder mit ihren Sinnen erfahren.
Dies ist eine Oase um zu rasten.
Zu rasten von der persönlichen Geschichte und so dauerhaften Frieden im Herzen wieder zu finden.

Wir geben ins Universum:
Das Jahr 2009 könnte wegen der Wirtschaftskrise auch für uns schwierig werden, wer immer uns also unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, dies zu tun.
Jede Hilfe ist uns willkommen.
Das können einfach positive Gedanken oder Gebete in unsere Richtung sein, das Buchen eines Seminars sowohl als Leiter oder Teilnehmer oder aber das Einkaufen in unserem Seminarhaus-Stiersbach-Shop.
Wir freuen uns natürlich auch über jede direkte finanzielle Hilfe, über ganz kleine oder große, einmalige sowie regelmäßige.
Wir werden Eure Hilfe in den Dienst dieser Oase stellen, an der echte Friedensarbeit für die Herzen der Menschen geschieht.

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